Wir waren im Abendblatt!

Hier ein Artikel des Hamburger Abendblatts, in dem die SteenkampEnergie Initiative prominent erwähnt wurde:

Hamburger Abendblatt, 13.04.2026

Fegebank auf Wärmetour in den Elbvororten – woran es in der Praxis scheitert
von Katy Krause

Gut besuchte und besetzte Info-Veranstaltung befasst sich mit Wärmeversorgung der Zukunft. Warum ein Flottbeker Projekt begeisterte.

Wie sehr das Thema Heizung und Wärmeversorgung den Hamburgern unter den Nägeln brennt, ließ sich an diesem Abend in den Elbvororten gut ablesen. Wer hätte gedacht, dass eine Info-Veranstaltung vom Bürgerverein Flottbek Othmarschen mit dem Titel „Der Wärmeplan : Eine Herausforderung für die Bürger?“ so viele Besucher anlockt? Doch die rund 100 Plätze im VHS-Raum an der Waitzstraße waren fast alle belegt.

Womöglich spielte auch das gut besetzte Podium eine Rolle. Ulf Schelenz vertrat den Grundeigentümerverband, Sarah Gierke den Mieterverein zu Hamburg, Andreas Albrecht war als Vertreter der Innung Sanitär Heizung anwesend und Ian Bornemann übernahm die Sicht des Verbraucherschutzes in Hamburg . Im Mittelpunkt des Abends stand aber Katharina Fegebank (Grüne). Die Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin kam mit Botschaften im Gepäck und ging mit einigen Hausaufgaben aus dem Abend.

Heizen in Hamburg: Woran es in der Praxis scheitert – Fegebank auf Wärmetour

Denn aus zahlreichen Wortmeldungen der Zuhörer wurde deutlich: Es läuft an vielen Stellen nicht mit der Energiewende. Die Anforderungen von Denkmalschutz und Milieuschutz passen nicht zu Solarkollektoren, Luftwärmepumpen oder noch viel schwerer zu einer Dämmung des Hauses. Das Stromnetz ist dem steigenden Bedarf nicht gewachsen. In der Praxis fehlt es an Wissen über gemeinschaftliche Lösungen zusammen mit Nachbarn. Und die vorhandenen Förderungen sind auf Individualanlagen ausgerichtet, nicht auf größere Quartierslösungen oder Engagement mit Vorbildcharakter. Und eben dieses beides gibt es. Zum Beispiel in der Steenkampsiedlung.

Dort hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die Großes plant. Die Anwohner der Steenkampsiedlung möchten ein „nachhaltiges und wirtschaftlich tragfähiges Konzept für ihre Siedlung, das nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch sozial gerecht und solidarisch gestaltet ist. Kurz: eine Lösung, die für alle funktioniert – unabhängig von individuellen Möglichkeiten und Eigentumsverhältnissen.“ Das schreiben die Mitglieder selbst, die bereits nach eigenen Angaben am besagten Abend einen Verein gegründet haben und 250 Interessierte vertreten.

Seitdem klar sei, dass die Siedlung weder ans städtische Fernwärmenetz noch an die Wärmeversorgung der Science City angeschlossen werde, suche eine Arbeitsgruppe nach Alternativen. Ihr Fazit: ein dezentrales Erdwärmenetz, organisiert durch eine Genossenschaft und gefördert von der Stadt. Das sei die beste Lösung, die zu ihrer geschützten Siedlung passe. „Das Ziel von SteenkampEnergie ist es, eine gemeinsame Lösung für unsere zukünftige Wärmeversorgung zu finden. Dazu wollen wir ein Pilotprojekt für die Wärmewende in Hamburg werden.“

Das Problem, das die Gruppe hat und der Zweiten Bürgermeisterin vortrug: Sie fallen mit ihrer ungewöhnlichen Idee durch Förderraster und müssten für nötige Bohrungen und den Aufbau der Anlage in enorme finanzielle Vorleistungen gehen. „Das ist wahnsinnig spannend“, sagte Katharina Fegebank, die sofort Gespräche anbot und um Kontaktdaten bat. Ein Angebot, das sie an diesem Abend öfter unterbreitete. Mehrfach bot sie Hilfe an, wo Projekte stocken, oder wollte weitere Informationen über bürokratische Hürden und Förderwünsche.

Wärmeplan Hamburg: Bürger können Hinweise und Ideen bis zum 14. April einreichen

Während sie mit vielen „Hausaufgaben“ nach Hause ging, bekamen die Zuhörer dieses Abends zahlreiche Informationen mit auf ihren Heimweg. Wichtig war Fegebank, den neuen Wärmeplan für Hamburg zu erläutern. Zum vor etwa einem Monat veröffentlichten Entwurf gibt es eine Bürgerbeteiligung, die noch bis zum 14. April läuft . Ende Juni soll der Plan stehen. Zuvor können Hamburger noch Hinweise geben oder mitteilen, falls sie weitere Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien kennen oder nachbarschaftliche Wärmelösungen planen.

Die Idee: Mithilfe interaktiver Karten im Wärmeportal Hamburg lässt sich adressgenau ablesen, welche Art der Wärmeversorgung vor Ort empfohlen wird. Ist ein Ausbau des Wärmenetzes an dieser Stelle vorgesehen? Und wenn ja, wann und durch wen? Oder muss ich mich um dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen kümmern? Was an diesem Abend deutlich wurde: Die Stadtteile Othmarschen und Groß Flottbek sind insoweit besonders, als hier aufgrund der vorwiegenden Einzelhäuser fast ausschließlich dezentrale Lösungen, sprich Wärmepumpen, vorgeschlagen werden – und das, obwohl durch gerade diese Stadtteile immer noch eine neue Wärmeleitung gebaut wird, die aufgrund der deutlich langwierigeren Baustellen die Nerven vieler Betroffener stark belastet .

Die Frage, wie hoch denn die Baukosten für dieses Projekt aktuell sind, nahm Fegebank übrigens auch mit. Vor dem Start war einst von 200 Millionen Euro die Rede. Zum heutigen Stand erklärte Fegebank, dass sie die genaue Summe gerade nicht präsent habe. Sie versprach, nachzuliefern.

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